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Informationsgesellschaft

Die Erfindung einer universellen Rechenmaschine (Computer) – zusammen mit deren flächendeckenden Verfügbarkeit und weltweiten Vernetzung – eröffnet der Menschheit nie dagewesene Möglichkeiten: Jegliche Informationen können als digitale Daten repräsentiert werden, Datenbanken können riesige Datenbestände verwalten und verknüpfen, Programme/Algorithmen können Daten beliebig verarbeiten und in verschiedenste Arten von Output verwandeln, und das alles in einem weltumspannenden Netzwerk aus Milliarden von Geräten. Kein Wunder also, dass man von einem neuen Abschnitt der Menschheitsgeschichte spricht, dem sogenannten Informationszeitalter, der digitalen Revolution, der Informationsgesellschaft.
Kein Wunder auch, dass diese fast unendlichen Möglichkeiten in zunehmendem Masse Auswirkungen haben auf unser aller Leben – beruflich wie privat -, auf unsere Gesellschaft, sogar auf unsere Persönlichkeit. Nicht alle diese Auswirkungen sind positiv, einige sind sogar potentiell katastrophal. Dazu kommt, dass neue Möglichkeiten immer auch missbraucht werden können.
Wie bei allen technischen und insbesondere medialen Neuerungen ist es wichtig, dass wir als Gesellschaft uns auf bestimmte Regelungen zum Umgang einigen. In Hinblick auf Digitaltechnik ist das umso dringender geboten, gerade wegen des unglaublichen Potenzials in positiver wie negativer Hinsicht, wegen der immensen Geschwindigkeit der Entwicklung, wegen der globalen Auswirkungen. Dummerweise krankt die öffentliche und politische Diskussion solcher Regelungen an zwei Dingen:

  1. denkt kaum jemand weit genug, um zu erkennen, wie essentiell diese Regelungen für unser aller Zukunft sind.
  2. verstehen die Wenigsten (Politiker und Juristen eingeschlossen) genug von der Materie, um sich ein fundiertes Urteil bilden zu können.

Unterthemen

Um diesem Missstand zumindest ein wenig entgegenzuwirken, beschäftigt sich dieser Teil des Kurses verstärkt mit den Schattenseiten der Informationsgesellschaft und den inhärenten Risiken der Digitaltechnik. Im Kern geht es darum zu erkunden, aufgrund welcher Interessen und mit welchen Mitteln verschiedenste Akteure – bspw. Staaten, Konzerne oder auch Kriminelle – Einfluss nehmen auf unser digitales Leben und was wir ggf. dagegen unternehmen können.
Die Schwierigkeit bei diesem Thema besteht in der Interaktion verschiedenster technischer, juristischer, persönlicher, aber auch psychologischer und kultureller Aspekte sowie eines häufig ungenauen Gebrauchs der zugehörigen Fachbegriffe.
Im Bemühen um eine möglichst nachvollziehbare Reihenfolge werden wir uns zunächst damit beschäftigen, wie und wozu zumeist kriminelle Akteure versuchen, Schadprogramme auf Geräten unterzubringen oder Zugangsdaten erschleichen. Auch zugehörige Verteidigungsmassnahmen wie sicherheitsbewusstes Verhalten, Virenschutz-Software und Verschlüsselung werden in diesem Zusammenhang besprochen. Danach geht es um weniger invasive Aspekte wie Privatsphäre und wieso das auch bzw. besonders in der digitalen Welt ein wichtiges Konzept ist, um juristische Grundsätze des Datenschutzes sowie um die Bedeutung von Metadaten, einschliesslich deren Einsatz zum Zwecke der Personalisierung von Inhalten. Zuguterletzt steht eine punktuelle Beleuchtung verschiedener Auswirkungen und auch Gefahren, die die automatisierte Verknüpfung und Analyse grosser Datenbestände (BigData) nach sich ziehen kann, insbesondere in Verbindung mit neueren Entwicklungen auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz.